Schreiben SSM-2026-0301: Die Frist läuft.

EZB-Aktionsplan gegen KI-Cyberrisiken: bis 31. Oktober 2026 beim JST

Die EZB-Bankenaufsicht verlangt von allen bedeutenden Instituten einen konkreten Aktionsplan gegen KI-gestützte Cyberbedrohungen, einzureichen beim Joint Supervisory Team bis zum 31.

  • 01Gap-Assessment gegen alle sechs EZB-Fokusfelder in zwei bis drei Wochen
  • 02JST-einreichungsfähiger Aktionsplan: Maßnahmen, Ressourcen, Rollen, Zeitpläne
  • 03Verzahnung mit offenen DORA-Feststellungen, Vor-Ort-Prüfungen und Cyber-Stresstest 2024
  • 04Beschleunigtes Schwachstellen- und Patch-Management als Sofortmaßnahme konzipiert
  • 05Begleitung im JST-Dialog und bei der horizontalen EZB-Analyse
11+Jahre Erfahrung
120+Mitarbeitende
540+Projekte
ISO 27001zertifiziert

Was die EZB fordert und wie der Aktionsplan entsteht

Mit Schreiben vom 7. Juli 2026 (SSM-2026-0301) hat die Vorsitzende des EZB-Aufsichtsgremiums, Claudia Buch, die CEOs aller bedeutenden Institute direkt adressiert: Frontier-KI-Modelle entdecken Schwachstellen und erzeugen funktionsfähige Exploits in bislang unbekannter Geschwindigkeit. Die EZB wertet das als langfristige Verschiebung der Bedrohungslage. Institute müssen die Auswirkungen unverzüglich bewerten und bis zum 31. Oktober 2026 einen umfassenden Aktionsplan beim zuständigen Joint Supervisory Team (JST) einreichen.

6 Leistungsbausteine

Was wir für Sie übernehmen

Einzeln buchbar oder als durchgängiges Programm.

01

Gap-Assessment gegen die sechs EZB-Fokusfelder

Strukturierte Ist-Aufnahme in zwei bis drei Wochen: Angriffsflächen, Schwachstellen- und Patch-Management, Detektion, Governance und Lieferkette, Defense-in-Depth, Response und Recovery.

  • Reifegradbewertung je Fokusfeld mit Evidenzen statt Selbstauskunft
  • Abgleich mit offenen DORA-Feststellungen und Prüfungsergebnissen
  • Priorisierung nach Risiko, Aufwand und aufsichtlicher Sichtbarkeit
02

Aktionsplan-Erstellung für das JST

Wir schreiben den einreichungsfähigen Plan: konkrete Maßnahmen, Zeitpläne, Verantwortlichkeiten und Ressourcenbedarf, aufgesetzt auf Ihrer Cyber-Risikostrategie.

  • Struktur und Sprache, die Joint Supervisory Teams erwarten
  • Meilensteine mit messbaren Ergebnissen je Fokusfeld
  • Governance-Kapitel: Berichtswege, Eskalation, Board-Einbindung
03

Sofortmaßnahmen: Schwachstellen- und Patch-Management at scale

Die EZB nennt es als ersten kurzfristigen Schwerpunkt: priorisiertes Scanning, beschleunigte Patch-Zyklen und Notfall-Changes, auch vertraglich verankert bei IKT-Dienstleistern.

  • Risikobasierte Priorisierung mit EPSS und CISA-KEV statt reiner CVSS-Listen
  • Notfall-Patch-Prozesse nach BSI OPS.1.1.3, SLAs je Risikoklasse
  • Anpassung von Verträgen und SLAs mit IKT-Drittdienstleistern
04

Umsetzungsbegleitung und JST-Dialog

Nach der Einreichung beginnt die Arbeit: Wir steuern die Umsetzung, liefern den Fortschrittsnachweis für Ihr JST und bereiten Sie auf Rückfragen aus der horizontalen EZB-Analyse vor.

  • Maßnahmen-Tracking mit prüfungsfester Dokumentation
  • Vorbereitung auf JST-Gespräche und Follow-up-Anfragen
  • Eskalationsfähige Statusberichte für Vorstand und Aufsichtsrat
05

Defense-in-Depth & Legacy-Modernisierung

Strukturelle Härtung nach EZB-Erwartung: Segmentierung bis Mikro-Segmentierung, Zero-Trust-Prinzipien mit kontinuierlicher Verifikation sowie Ablösung oder besondere Absicherung von Legacy- und End-of-Life-Systemen.

  • Zero-Trust-Roadmap: Nutzer, Geräte, APIs und Service-Accounts kontinuierlich verifiziert
  • Segmentierungskonzept mit priorisierten kritischen Zonen
  • Legacy-Inventar mit Ablösepfad oder kompensierenden Kontrollen je System
06

Response, Recovery & Informationsaustausch

Getestete Krisenmanagement-, Backup- und Wiederherstellungsprozesse nach DORA, inklusive Übungen für Hochgeschwindigkeits-Szenarien und rechtssicherer Vereinbarungen zum Austausch von Bedrohungsinformationen.

  • Übungsszenarien: Zero-Day-Massenausnutzung, Ransomware, Cloud- und Lieferkettenausfall
  • Wiederanlauf- und Failover-Tests mit dokumentierten Nachweisen
  • Anbindung an etablierte Austauschkreise des Finanzsektors (Art. 45 DORA)

5 Phasen

Unser Vorgehen: In vier Wochen zum einreichungsfähigen JST-Aktionsplan

Wir arbeiten in einem festen Vier-Wochen-Rhythmus, der auf Ihrer bestehenden Cyber-Risikostrategie und Ihren offenen DORA-Maßnahmen aufsetzt. Jede Phase liefert ein prüfungsfestes Zwischenergebnis.

  1. Phase 1, Gap-Assessment

    Woche 1 bis 2

    Strukturierte Ist-Aufnahme gegen die sechs EZB-Fokusfelder mit Evidenzen statt Selbstauskunft. Abgleich mit offenen Feststellungen aus Vor-Ort-Prüfungen, Targeted Reviews und dem Cyber-Stresstest 2024.

    Reifegrad-Scoring je Fokusfeld und priorisierte Maßnahmenliste.

  2. Phase 2, Priorisierung und Ressourcenplanung

    Woche 2

    Bewertung nach Risiko, Aufwand und aufsichtlicher Sichtbarkeit. Abstimmung von Budget, Personal und Verantwortlichkeiten mit IT, Informationssicherheit und Risikocontrolling.

    abgestimmte Maßnahmen-Roadmap mit Meilensteinen.

  3. Phase 3, Plan-Erstellung

    Woche 3

    Ausformulierung des Aktionsplans in der Struktur, die Joint Supervisory Teams erwarten: konkrete Maßnahmen, Zeitpläne, Rollen, Ressourcen und Governance-Kapitel mit Berichtswegen und Eskalationslogik.

  4. Phase 4, Governance-Freigabe und Einreichung

    Woche 4

    Review mit Vorstand bzw. Leitungsorgan, Einarbeitung der Rückmeldungen, Finalisierung und fristgerechte Einreichung beim JST vor dem 31. Oktober 2026.

  5. Phase 5, Umsetzung und JST-Dialog

    fortlaufend

    Maßnahmen-Tracking mit Fortschrittsnachweisen, Vorbereitung auf Rückfragen aus der horizontalen EZB-Analyse und Begleitung der Sofortmaßnahmen, vom beschleunigten Patch-Management bis zur Legacy-Absicherung.

Sarah Richter

Ansprechpartner

Sarah Richter

Head of Informationssicherheit, Cyber Security

10+ Jahre Erfahrung, CISA, CISM, Lead Auditor, DORA, NIS2, BCM, Cyber- und Informationssicherheit

Warum ADVISORI für den EZB-Aktionsplan

  • 01Prüfungserfahrung auf beiden Seiten des Tisches: Unsere Berater haben BaFin- und §44-Prüfungen begleitet und wissen, wie Aufseher Aktionspläne lesen
  • 02DORA-Praxis statt Theorie: von IKT-Risikomanagement über Informationsregister bis TLPT haben wir alle fünf Säulen in Instituten umgesetzt
  • 03Die sechs EZB-Fokusfelder sind bei uns operationalisiert: fertige Assessment-Raster, Metriken und Maßnahmenkataloge statt leerer Vorlagen
  • 04ISO-27001-zertifiziert: unsere eigene Informationssicherheit genügt den Standards, die wir bei Kunden implementieren
  • 05Frist-Realismus: Wer im September startet, reicht einen Plan ohne belastbare Ist-Analyse ein. Wir liefern in vier Wochen ein Ergebnis, das dem JST-Dialog standhält

Frist: 31. Oktober 2026

Der Aktionsplan muss bis zum 31. Oktober 2026 beim zuständigen Joint Supervisory Team eingereicht sein. Die EZB analysiert alle eingereichten Pläne horizontal und spielt die Ergebnisse an die Institute zurück; ein schwacher Plan ist damit auch ein Signal an die Aufsicht. Im Gegenzug verschiebt die EZB die Abgabe des IT Risk Questionnaire auf Februar 2027.

10 FRAGEN, KURZ BEANTWORTET

Häufig gestellte Fragen zu EZB-Aktionsplan KI-Cyberrisiken

Wen betrifft das EZB-Schreiben SSM-2026-0301?

Direkt adressiert sind die CEOs aller bedeutenden Institute (Significant Institutions) unter direkter EZB-Aufsicht im SSM. Weniger bedeutende Institute (LSIs) sollten sich vorbereiten: Nationale Aufseher wie die BaFin übernehmen EZB-Erwartungen erfahrungsgemäß zeitversetzt, und die zugrunde liegenden DORA-Pflichten gelten ohnehin für alle Finanzunternehmen.

Was muss der Aktionsplan bis 31. Oktober 2026 enthalten?

Konkrete Maßnahmen zur Stärkung der relevanten Kontrollen, zugewiesene Ressourcen, klare Rollen und Verantwortlichkeiten sowie Umsetzungszeitpläne. Er muss auf der bestehenden Cyber-Risikostrategie aufbauen und kurzfristige Prioritäten (Angriffsflächen, Schwachstellen- und Patch-Management, Detektion, Drittparteien) mit strukturellen Maßnahmen (Defense-in-Depth, Legacy-Ablösung, Response und Recovery) verbinden.

Wie hängt der EZB-Aktionsplan mit DORA zusammen?

Die EZB stellt klar: Es gelten keine neuen Regeln, DORA bleibt der verbindliche Rahmen. KI verschärft Tempo und Skalierung bekannter Risiken. Wer sein IKT-Risikomanagement, Informationsregister und Resilienz-Testing nach DORA sauber aufgestellt hat, kann den Aktionsplan weitgehend aus dem Bestand entwickeln. Lücken werden jetzt allerdings mit harter Frist sichtbar.

Was passiert nach der Einreichung beim JST?

Das JST bespricht den Plan mit dem Institut und überwacht den Fortschritt. Zusätzlich führt die EZB eine horizontale Analyse aller eingereichten Pläne durch, identifiziert Trends und Schwachpunkte und spielt die Ergebnisse an die Institute zurück. Je nach Ergebnis sind Workshops und weitere aufsichtliche Aktivitäten möglich.

Welche Entlastung gewährt die EZB im Gegenzug?

Die jährliche Abgabe des IT Risk Questionnaire wird von September 2026 auf Februar 2027 verschoben. Anpassungen weiterer aufsichtlicher Aktivitäten, etwa bei Vor-Ort-Prüfungen oder Deep Dives, prüft die EZB fallweise im Dialog zwischen JST und Institut.

Wie schnell kann ADVISORI einen einreichungsfähigen Aktionsplan liefern?

In der Regel vier Wochen: zwei bis drei Wochen Gap-Assessment gegen die sechs EZB-Fokusfelder inklusive Abgleich mit offenen DORA-Feststellungen, danach Plan-Erstellung in JST-tauglicher Struktur. Institute, die erst im September starten, riskieren einen Plan ohne belastbare Ist-Analyse. Aufseher erkennen den Unterschied.

Was sind die sechs Fokusfelder des EZB-Aktionsplans?

Erstens Schutz exponierter Angriffsflächen inklusive Drittsoftware und Open-Source-Komponenten. Zweitens skalierbares Schwachstellen- und Patch-Management. Drittens Monitoring, Detektion und KI-gestützte Abwehr. Viertens Governance, Budget, Schulung und Lieferketten-Assurance. Fünftens Defense-in-Depth, Zero Trust und Modernisierung von Legacy-Systemen. Sechstens Response, Recovery, Krisenmanagement und Informationsaustausch.

Erwähnt das Schreiben auch Quantencomputing?

Ja. Die EZB kündigt ein separates Schreiben zu Post-Quanten-Kryptografie an und betont, dass die Migration jetzt beginnen muss, auch wenn sie einen längeren Zeithorizont hat. Institute sollten das Thema bereits in die strategische IT-Investitionsplanung aufnehmen.

Was kostet die Erstellung des EZB-Aktionsplans?

Der Aufwand hängt von Institutsgröße und Reifegrad ab. Das vierwöchige Kernpaket (Gap-Assessment gegen die sechs Fokusfelder plus einreichungsfähiger Aktionsplan) ist als Festpreisprojekt kalkulierbar; die anschließende Umsetzungsbegleitung wird nach Aufwand oder als monatliches Paket abgerechnet. Institute mit aktuellem DORA-Gap-Assessment starten günstiger, weil Phase 1 verkürzt werden kann. Wir kalkulieren transparent nach Scope und nennen den Preis vor Projektbeginn.

Wir haben unser DORA-Programm noch nicht abgeschlossen. Können wir den Aktionsplan trotzdem fristgerecht einreichen?

Ja, und das ist der Regelfall. Die EZB erwartet keinen abgeschlossenen Umbau bis Oktober, sondern einen glaubwürdigen Plan: belastbare Ist-Analyse, priorisierte Maßnahmen, Ressourcen und Zeitpläne. Offene DORA-Feststellungen gehören ausdrücklich hinein, mit Priorität. Kritisch wird es nur für Institute, die weder Ist-Bild noch Plan vorweisen können. Genau diese Lücke schließt unser Vier-Wochen-Vorgehen.

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