Die Ermittlung von Datenqualitätsanforderungen ist ein kommunikativer Prozess, der verschiedene Methoden kombiniert, um die Bedürfnisse der Stakeholder zu verstehen:
* **Interviews:** Gezielte Gespräche mit Fachexperten, Data Stewards, Prozessverantwortlichen und Datennutzern, um deren Erwartungen, Probleme und Bedarfe bezüglich der Datenqualität zu verstehen.
* **Workshops:** Moderierte Gruppensitzungen mit verschiedenen Stakeholdern zur gemeinsamen Identifikation, Diskussion und Priorisierung von DQ-Anforderungen.
* **Dokumentenanalyse:** Prüfung bestehender Prozessbeschreibungen, Fachkonzepte, Reports, gesetzlicher Vorgaben oder Richtlinien auf implizite oder explizite DQ-Anforderungen.
* **Datenprofilierung (Data Profiling):** Technische Analyse von Datenbeständen, um Muster, Anomalien und potenzielle Qualitätsprobleme aufzudecken. Dies liefert oft Hinweise auf notwendige Anforderungen (z.B. wenn viele Nullwerte auftreten -> Anforderung an Vollständigkeit).
* **Beobachtung:** Begleitung von Mitarbeitern bei ihrer Arbeit mit den Daten, um zu verstehen, wie Daten genutzt werden und wo Qualitätsprobleme auftreten.
* **Fragebögen:** Standardisierte Abfrage von Anforderungen bei einer größeren Anzahl von Stakeholdern.
* **Analyse von Fehlerprotokollen/Tickets:** Untersuchung gemeldeter Probleme und Fehler, um wiederkehrende DQ-Probleme und deren Ursachen zu identifizieren.
Die Kombination dieser Methoden ermöglicht ein umfassendes Bild der benötigten Datenqualität aus verschiedenen Perspektiven.